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Betreuung Demenzkranker durch Langzeitarbeitslose

18. August 2008 Ein Kommentar
Mehrere tausend Langzeitarbeitslose sollen künftig Demenzkranke in Pflegeheimen betreuen. Sie sollen die geistig verwirrten Menschen füttern, ihnen vorlesen und mit ihnen spazieren gehen. Pflegevertreter kritisierten die Pläne scharf. Insgesamt werden 10.000 Betreuer benötigt. Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de berichtet. Das Bundesgesundheitsministerium hat in Absprache mit der Bundesagentur für Arbeit, kurz BA, offenbar vereinbart, dass rund 10.000 offene Betreuerstellen in Pflegeheimen für Demenzkranke mit Langzeitarbeitslosen besetzt werden sollen. Sie sollen als Helfer für das Pflegepersonal fungieren und die Patienten beschäftigen. Der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Klaus Vater, sagt, auf diese Weise solle den Demenzkranken ein „humanerer Alltag“ ermöglicht werden. Der Bedarf sei da. Er betont, die Langzeitarbeitslosen würden nicht zu Pflegeleistungen hinzugezogen, da dafür eine spezielle Ausbildung nötig sei, sondern ihnen würden nur Betreuungsaufgaben zugewiesen. Die Kosten dafür würden die Pflegekassen tragen. Ihre Höhe konnte er nicht beziffern. Der Sprecher wies darauf hin, dass es  rund 15.000 arbeitslose Pfleger gebe. Programm zur Betreuung Demenzkranker Das mit der Bundesagentur für Arbeit verabredete und in der Gesundheitsreform festgelegte Programm startete am 1. September 2008. Nach dem neuen Pflegegesetz dürfen Heime für an Demenz erkrankte Bewohner zusätzliches Personal einstellen. Vor dem Beginn wurden überall in Deutschland Bewerberpools gebildet, sagte eine Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge. Teilnehmen könne jeder, der sich für die Arbeit in einem Heim interessiere und für eine Weiterbildung infrage komme. Ein Kritikpunkt der Gegner ist, dass die  Arbeitslosen offensichtlich nur eine Kurzausbildung bekommen: 160 Stunden Unterricht und einige Praktika. Ähnliche Lehrgänge hätten in der Vergangenheit 900 Stunden Schulung vorgesehen, kritisiert ein Sprecher der Deutschen Alzheimergesellschaft. Kritik: kurze Ausbildung der Betreuer Demenzkranker Der Münchner Pflegeexperte Claus Fussek bemängelt in der „Süddeutschen Zeitung“: „Man kann nicht jeden in so einen Beruf schicken.“ Die pflegepolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Elisabeth Scharfenberg, sagte: „Man muss sich für diesen Beruf entscheiden, und kann nicht hinein-entschieden werden“. Kritik kam auch von der FDP. „Allein der Umstand der Arbeitslosigkeit ist keine Qualifikation für einen Pflegeberuf. Die Pflege alter und kranker Menschen ist zu wichtig für eine solche arbeitsmarktstatistische Scharlatanerie“, sagte Generalsekretär Dirk Niebel der „Bild am Sonntag“. Der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann erklärte in der „Süddeutschen Zeitung“, es müsse bei dieser Rekrutierungsaktion „die menschliche Eignung der Bewerber“ und „nicht ihre schwere Vermittelbarkeit“ im Vordergrund stehen. Unionsfraktionschef Volker Kauder begrüßt die Pläne. „Wenn die Menschen für diese Aufgabe qualifiziert sind, ist das in Ordnung“, äußerte Kauder. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt bedauert, dass sich in die Debatte „Misstrauen und Arroganz gegenüber den Arbeitslosen eingeschlichen“ habe. Das hätten die Langzeitarbeistlosen nicht verdient. Viele von ihnen seien ausgesprochen sozial engagiert und hätten gute Vorkenntnisse im pflegerischen Bereich. Die Angehörigen und die Pflegeheime warteten auf eine solche Regelung. Informationen über Demenz erhalten Sie in den imedo-Gesundheitsnews. Über Alzheimer, eine Form der Demenz, informieren die imedo-Gesundheitsnews und das imedo Infocenter zum Thema Alzheimer-Demenz. Weitere Informationen über Demenz liefert das imedo-Medizinlexikon. Die imedo-Gesundheitscommunity ermöglicht durch die Gruppe „Alzheimer“ den Austausch über die Erkrankung.
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