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Die Kur im Wandel: Chancen und Herausforderungen

23. Februar 2009 Keine Kommentare
Entwickelt sich die Kur zu einer Wellness-Leistung für Wohlhabende? Noch vor einigen Jahren gehörte ein Kur-Aufenthalt zum Arbeitsleben vieler Senioren dazu. Die Zahlen der Kuren gehen aber stetig zurück. Tina Bernstein, Redakteurin des Internet-Gesundheitsportals www.imedo.de hat sich mit Manfred Steinbach, Ehrenpräsident des Deutschen Heilbäderverbands und Mitglied des imedo-Expertenbeirats, über die Kur und ihre Zukunft unterhalten. imedo: Worauf zielt eine Kur ab und ist sie als Prävention wirklich sinnvoll? Steinbach: Bei einer präventiven Badekur, die jetzt präventive Maßnahme am Kurort heißt, wird besonders auf eine Behandlung kurz vor Ausbruch einer Krankheit abgezielt. Eine Prävention also, die gebraucht wird. Und schließlich mag man nun streiten, ob im Falle reiner Prävention gesunder Menschen dies nur wünschenswert ist, oder ob man es gut braucht. Ich meine „ja“. imedo: Immer weniger Menschen nehmen eine Kur wahr, die Mutter-Kind-Kuren dagegen nehmen zu, woran liegt das? Steinbach: In der Tat wurden trotz dringenden Bedarfs an Prävention die Kuren massiv heruntergefahren, die ambulante Badekur von 800.000 Fällen im Jahr auf unter 200.000. Das gleiche Schicksal erlebten die Mutter-Kind-Kuren. Aber dort hat der Gesetzgeber eine Lösung vorgenommen, bei der diese Kur zur Pflichtleistung wurde. Für die Maßnahme haben unsere geballten Interventionen nichts gebracht. Aber gegen die Pflichtleistungen bei der Mutter-Kind-Kur haben wir keine Einwände - im Gegenteil. Der Sachverhalt aber ist, dass dort ein gesundheitspolitischer Schwerpunkt gesetzt wurde, bei unserer Kur für vorwiegend ältere Bürger nicht. Dieser fehlende Schwerpunkt begegnet uns an vielen Stellen. Hier sehen wir politischen Handlungsbedarf. imedo: Woran liegt es, dass immer weniger Kuren genehmigt werden? Steinbach: Die Anzahl der Anträge ist nicht üppig, hier haben wir mehr Information und Aufklärung zu erbringen. Aber die Ablehnungsquote von Anträgen grenzte zum Teil an Unverschämtheit! Die Krankenkassen argumentierten mit nicht ausgeschöpften Behandlungsmöglichkeiten am Wohnort, einer Auflage, die grenzenlose Ablehnung ermöglicht. Erst wenn wir die Abgelehnten ermutigt haben, Widerspruch einzulegen, erreicht man deutlich mehr Bewilligungen. Hier wird, so kann man sagen, der fehlende Schwerpunkt auch kassenseitig übernommen. Man sollte die Gefahr der Krankheit nicht erst zu ihrem Höhepunkt treiben, um dann spät auf wirksamer Stufe zu behandeln. imedo: Wie sieht die Zukunft der Kur aus? Steinbach: Auf dem Sektor privat zu finanzierender Präventionsangebote, auf die der Kurort mehr setzt, ist ein gewisser Aufbruch zu erkennen, der Bürger sieht zunehmend Bedarf und den Nutzen präventiver Angebote. Für dieses Feld wurden unterschiedlichste Angebotstypen entwickelt, von starker Anlehnung an die hoch strukturierte Kassenkur bis hin zu zusätzlichen Gesundheitsleistungen im üblichen Urlaub. Und es gibt unterschiedlich qualifizierte und zertifizierte Produkte zur diesbezüglichen Behandlung. Hier ist, gute wirtschaftliche Lage vorausgesetzt, eine beachtliche Perspektive gegeben, die genutzt wird. Die Kassenkur wird auch in Zukunft eine Sparte des Kurorts sein, um die unermüdlich gekämpft werden muss. imedo: Mehr Prävention führt zu weniger Reha-Leistungen - geht die Rechnung auf? Steinbach: Es ist noch nicht zuverlässig beantwortet, ob die perfekteste Prävention den Reha-Bedarf wirklich senken kann, denn zunehmende Lebenserwartung wird den Bedarf an Reha steigern. Insoweit sind Reha-Klinik und ambulantes Kur-Präventionsangebot im Kurort theoretisch nicht unbedingt hart konkurrierend. imedo: In der Praxis sieht das aber anders aus. Steinbach: Es gibt umstrittene Überlappungen beider, die sich aus der Definition von Prävention ergeben.  Klar ist, dass es in beiden Feldern Gesundheitszustände gibt, die zweifellos stationäre Behandlung brauchen, insoweit löst sich die Überlappung auf individueller Ebene. Hinzu kommt, dass auch die Reha-Klinik zunehmend pure Primärprävention anbietet. Viel problematischer ist die Präventions- und Rehasituation durch die „Aufrüstung“ in anderen wohnortnahen und wohnortfernen Einrichtungen, die den Kurort mit all seinen Angeboten treffen kann. Hier ist unsere Aufgabe die attraktiven Alleinstellungsmerkmale des Kurorts offensiv herauszustellen. imedo: Ist eine Kur nur reicheren Menschen vorbehalten? Steinbach: In der Tat kann man viele Präventionsangebote nutzen, wenn man nicht zu den Armen gehört. Das gilt für jene Reisegesundheit - man muss bei allem Zuschuss der Kassen zunächst das Geld für die Reise aufbringen. Zu oft fehlt es den Ärmeren. Auch unsere „Kassen-Kur“ verlangt zunächst eine ordentliche Basisfinanzierung. Andererseits trifft es nicht zu, dass nur der Reiche teilhaben kann. Unsere Gäste sind nicht durchweg das, was man „die Reichen“ nennen könnte. Es dominiert eine wirtschaftliche Mittellage bei der Belegung. Schwer dürfte es sein, eine Kur für die wirklich Armen zu kreieren, so manche Kasse wird sich nicht in der Lage sehen, Arme nach Mallorca zu schicken. Über die Hürden, die Patienten vor der Kur bewältigen müssen, informieren die imedo-Gesundheitsnews. Statt der Reha werden manche Patienten mittlerweile mit der Spielekonsole Wii spielend therapiert. Informieren Sie sich mit Hilfe der imedo-Gesundheitsnews.
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