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Solariumbesucher unterschätzen Gefahren im Sonnenstudio

26. November 2008 3 Kommentare
Die vornehme Blässe ist out. Schick ist, wer braun ist, lautet die Devise, die sich vor allem bei jungen Menschen immer mehr durchsetzt - auf Kosten der Gesundheit. Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, Gerd Nettekoven, und das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de warnen vor der Zunahme von Hautkrebsfällen in den kommenden Jahren. Aufgrund der gesundheitlichen Risiken soll ein Solariumverbot für Kinder und Jugendliche erlassen werden. Rund 14 Millionen Solariumnutzer zwischen 18 und 45 Jahren in Deutschland setzen sich zum Teil erheblichen Gesundheitsrisiken aus. Die Bundesbürger sind nach Einschätzung der Deutschen Krebshilfe „Europameister im künstlichen Sonnenbaden“ - unter dem Motto „Was kümmern mich Haut und Falten, heute will ich schön und braun sein“. Bereits Zwölfjährige, vor allem Mädchen, bräunten ihre Haut in Solarien, sagt Krebshilfe-Hauptgeschäftsführer Gerd Nettekoven. „Kinder und Jugendliche sind jedoch besonders anfällig für die negativen Wirkungen der UV-Strahlung auf die Hautzellen“, erläuterte er. Laut der Umfrage hat jeder vierte Sonnenstudio-Nutzer bereits im Alter von 10 bis 17 Jahren mit dem künstlichen Bräunen begonnen. Sonnenstudios weisen erhebliche Defizite auf Die meisten der bundesweit mehr als 5000 Sonnenstudios wiesen trotz zahlreicher Appelle immer noch erhebliche Defizite auf, sagte Nettekoven. In zwei von drei Solarien wird nicht über die Gesundheitsrisiken der UV-Stahlung aufgeklärt, in mehr als jedem zweiten Studio erfolgt kein Hinweis auf notwendige Schutzbrillen, bei fast ebenso vielen keine Beratung zum Hauttyp. Das geht aus einer in Berlin vorgestellten Umfrage der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention, ADP, hervor. „Auch fünf Jahre nach der freiwilligen Vereinbarung mit Vertreternder Solarienindustrie werden die Mindeststandards in den meisten Sonnenstudios immer noch nicht erfüllt“, kritisierte der Generalsekretär der europäischen Gesellschaft zur Prävention von Hautkrebs, Rüdiger Greinert. Es sei kein Umdenken in den Sonnenstudios festzustellen. Durch UV-Strahlen steigt Zahl der Hautkrebsfälle Da aus medizinischer Sicht die UV-Strahlung ein großes Problem darstelle, „können wir uns heute schon ausrechnen, wie die Zahl der Hautkrebsfälle in den nächsten Jahren zunehmen wird“, sagte der zweite ADP-Vorsitzende Eckhard W. Breitbart. Wer vor dem 35. Lebensjahr regelmäßig das Solarium besuche, verdopple nahezu sein Risiko, später am gefährlichen Schwarzen Hautkrebs zu erkranken. Vor diesem Hintergrund fordert der Krebshilfe-Hauptgeschäftsführer gesetzliche Regelungen für ein Nutzungsverbot des Solariums für unter 18-Jährige. Kontrollen des Bundesamtes für Strahlenschutz in den vergangenen Monaten hätten belegt, dass Betreiber die freiwilligen Vereinbarungen mit der Branche nicht einhalten. Experten fordern: Sonnenstudio-Verbot für Kinder und Jugendliche Der Geschäftsführer des Bundesfachverbandes Sonnen-Lichtsysteme, SLS, Jürgen Bock, sieht in den im vergangenen Jahr eingeführten zertifizierten Solarien einen ersten Erfolg. Bislang hätten 800 der insgesamt 5600 Studios dieses Qualitätssiegel. „Dort können sich die Kunden sicher fühlen, denn wer die Kriterien nicht erfüllt, fliegt raus“, sagte Bock. Jedoch stellte das BfS bei einer Untersuchung von 100 dieser Sonnenstudios Mängel in der Kundenberatung, der Aufstellung eines detaillierten Besonnungsplans, sowie der Einhaltung der vorgeschriebenen Erstbestrahlungsdosis fest. „Dies werden wir jetzt überprüfen“, kündigte Bock an. Angesichts dieser Ergebnisse plädieren Experten für geplante gesetzliche Regelungen für den Solarienbetrieb. So bereiten Experten im Rahmen eines Umweltgesetzbuches ein generelles Sonnenstudio-Verbot für Kinder und Jugendliche vor. Trotz Gefahren nutzen Menschen das Solarium Die übergroße Mehrheit der Solarium-Nutzer kennt zwar der Umfrage zufolge die Risiken. Jedoch gaben 62 Prozent der befragten 500 Männer und Frauen an, ihre Attraktivität steigern zu wollen. Für ebenso viele gehört das Bräunen zum Wohlbefinden, 52 Prozent gaben zudem an, dass es auch der Entspannung diene. 59 Prozent der Frauen gehen ins Solarium, während nur 35 Prozent der Männer das Sonnenstudio nutzen. Kinder sollten in besonderem Maße vor UV-Strahlen geschützt werden. Über das Thema Sonnenschutz für Kinder informieren die imedo-Gesundheitsnews. Informationen über Sonnenbrand finden Sie ebenfalls mit Hilfe der imedo-Gesundheitsnews.
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