Krebsgeschwüre unterscheiden sich genetisch von den Metastasen, die gebildet werden. Da das Augenmerk der Krebsbehandlung bisher auf der genetischen Beschaffenheit der Primärtumore liegt, könnten künftig bessere Heilungsquoten erreicht werden. Das Internet-Gesndheitsportal www.imedo.de berichtet.
Ein Krebsgeschwür unterscheidet sich genetisch offenbar deutlich von seinen Metastasen. Darauf deuten Studienergebnisse von Forschern der Universitätskliniken in Regensburg, Düsseldorf und Hamburg-Eppendorf hin. Bislang nahm man an, dass sich Vorläuferzellen von Metastasen und ihre Primärtumore im Erbgut ähneln, da die Metastasierung als spätes Ereignis in der Krebsentwicklung verstanden wird. Folglich richten sich die Vorhersage des weiteren Verlaufs der Erkrankung und die Entscheidung über die medikamentöse Therapie gegenwärtig nach der anatomischen Ausbreitung des Primärtumors.
Vorläuferzellen von Metastasen untersuchen
Untersuchungen der Wissenschaftler an Patienten mit Speiseröhrenkrebs zeigen aber nun, dass sich die Vorläuferzellen der Metastasen genetisch von ihren Primärtumoren wesentlich unterscheiden. Vermutlich könnten also bessere Therapieergebnisse erreicht werden, wenn künftig die genetische Beschaffenheit von Vorläuferzellen späterer Metastasen ebenfalls untersucht würde, teilt die Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf mit.
Todesfälle sind meist auf Metastasen zurückzuführen
Die meisten krebsbedingten Todesfälle sind auf Metastasen zurückzuführen, selbst nach zunächst erfolgreicher Entfernung des Primärtumors. Bei der Behandlung von Krebspatienten konzentrieren sich diagnostische Tests daher auf die Primärtumore, um bestimmen zu können, ob und welche Therapien zur Unterdrückung der Metastasenentstehung geeignet sind. Die neuen Ergebnisse zeigen nun, dass sich Primärtumore und Metastasen genetisch deutlich voneinander unterscheiden.
Dieser Befund weise auf eine im Krankheitsverlauf sehr frühe Tumorzellstreuung hin, mit „erheblichen Folgen für die Therapie“, heißt es. So konnten die Wissenschaftler nur aufgrund der genauen Analyse der bereits gestreuten metastatischen Vorläuferzellen eine für Speiseröhrenkarzinome neue therapeutische Angriffsmöglichkeit entdecken. Diese wäre durch die alleinige Analyse von Primärtumorgewebe nicht aufgefallen.
Bedeutung des Primärtumors bleibt
Als Konsequenz der Forschungsergebnisse könnten künftig Marker zur Prognose des Erkrankungsverlaufs und Angriffspunkte einer zielgerichteten Therapie direkt an den Vorläuferzellen der Metastasen in Lymphknoten oder Knochenmark identifiziert werden, um die Behandlungserfolge zu erhöhen. Gleichzeitig betonen die Wissenschaftler, dass sie die Bedeutung des Primärtumors zur Abschätzung von Therapie und Krankheitsverlauf keineswegs infrage stellen wollten.
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