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Hirntumore lassen sich im Blut nachweisen

16. November 2008 Ein Kommentar
Künftig könnten bösartige Tumore mit einem einfachen Bluttest ermittelt werden. US-Forscher haben herausgefunden, dass diese spezielle Erkennungsmerkmale aufweisen und im Blut nachweisbar sind. Die von Tumoren abgegebenen kleinen Bläschen sollen sogar mehr Informationen über einen Tumor enthalten, als Gewebeproben. Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de berichtet. Bösartige Hirntumore könnten in Zukunft mit einem einfachen Bluttest entdeckt und auch beurteilt werden. Die Grundlage dafür haben jetzt US-Forschern gelegt: Sie haben entdeckt, dass die Tumore kleine, von einer Membran umschlossene Bläschen ausstoßen, die im Blut nachweisbar sind und ganz spezielle Erkennungsmoleküle enthalten. In einem ersten Test bei 25 Patienten mit Glioblastomen, der bösartigsten Variante der Hirntumore, habe sich die Methode bereits bewährt und zum Teil sogar genauere Informationen über die Tumore geliefert, als eine Gewebeprobe des Tumors, schreiben die Wissenschaftler. Das Verfahren wollen Experten nun mit Hilfe einer Biotechnologie-Firma weiterentwickeln, berichten Johan Skog von der Harvard-Universität in Charlestown und seine Kollegen im Fachmagazin „Nature Cell Biology“. Glioblastome: aggressive bösartige Tumore Glioblastome sind aggressive bösartige Tumore, die meist im Großhirn auftreten. Haben sie sich einmal gebildet, beginnen die einzelnen entarteten Zellen, ihre direkte Umgebung aktiv umzugestalten, um dem Tumor die bestmöglichen Wachstumsbedingungen zu verschaffen. Dazu nutzen sie Exosomen, kleine Membransäckchen, die von der Tumorzelle abgeschnürt und zum Teil von den Nachbarzellen aufgenommen werden. Wie die Forscher jetzt zeigen konnten, enthalten diese Säckchen verschiedene Arten von Boten- und Signalmoleküle, darunter DNA-artige RNA-Stücke und diverse Proteine. Sie fördern unter anderem das Wachstum der Tumorzellen, ermöglichen die Invasion in das umgebende Gewebe, unterdrücken die körpereigene Abwehr und regen die Bildung neuer Blutgefäße für die Versorgung des Tumors an. Experten können Eigenschaften des Muttertumors ermitteln Die Zusammensetzung dieser Signalmoleküle ist so charakteristisch für die Glioblastome, dass Experten allein anhand des Inhalts der Säckchen viele Eigenschaften des Muttertumors ermitteln können. Da die Tumorzellen zudem viele Exosomen bilden und ausstoßen, gelangen einige von ihnen durch die Blut-Hirn-Schranke in den Blutkreislauf. Genau das macht sie so wertvoll: Finden sich nämlich in einer Blutprobe die Glioblastom-Säckchen, können Mediziner ohne ein bildgebendes Verfahren oder gar eine Gewebe-Entnahme aus dem Gehirn erkennen, dass der Patient an einem derartigen Tumor leidet. Zum Anderen spiegeln die enthaltenen Moleküle die genetische Beschaffenheit des Tumors wider und ermöglichen eine ungefähre Vorhersage, ob er auf eine bestimmte Behandlung reagieren wird oder nicht. Neben der Diagnose seien die Exosomen auch ein wertvolles Werkzeug, um den Verlauf einer Therapie zu verfolgen, erläutert Skog. Schlägt sie an, sollten sich auch die Eigenschaften des Tumors verändern, was wiederum eine Anpassung der Behandlungsstrategie zur Folge haben könne. Da Glioblastome im Moment nicht heilbar sind, wäre eine solche Überwachungs- und Testmethode sehr wertvoll für die Entwicklung neuer Medikamente. Wann Experten den Test jedoch tatsächlich verfügbar machen, dazu machen die Wissenschaftler noch keine Angaben. DIe imedo-Gesundheitsnews informieren über verschiedene Krebserkrankungen, wie zum Beispiel Darmkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs und Brustkrebs.
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