Die Ampel-Kennzeichnung von Lebensmitteln ist schon länger in der Diskussion. Eine Umfrage der Verbraucherorganisation foodwatch hat ergeben, dass sich die große Mehrheit der Deutschen für eine verpflichtende Kennzeichnung wünscht. Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de informiert über die Ampel-Kennzeichnung.
Eine farbliche Kennzeichnung der Nährwerte Zucker, Salz, Fett und gesättigte Fettsäuren für Lebensmittel („Ampel“) darf nicht freiwillig erfolgen, sondern muss gesetzlich vorgeschrieben werden. Das forderte die Verbraucherorganisation foodwatch im Vorfeld der Konferenz der Landesverbraucherminister im September 2008. Bundesverbraucherminister Horst Seehofer hatte sich nach Protesten für eine farbliche Hinterlegung der Nährwerte ausgesprochen, aber auf freiwilliger Basis. Die EU-Kommission sieht in ihrem Vorschlag für eine europaweite Regelung eine Pflicht vor.
Foodwatch fordert verpflichtende Nährwertkennzeichnung
„Eine Nährwertkennzeichnung schützt die Verbraucher nur dann, wenn sie verpflichtend ist. Freiwillig werden die Hersteller nur solche Produkte kennzeichnen, die ohnehin unproblematisch sind“, sagte Cornelia Ziehm von foodwatch. Am Beispiel von Ketchups und Salatsaucen, die foodwatch aktuell mit den Ampelfarben nach englischem Vorbild gekennzeichnet hat, werde jedoch deutlich, dass hohe Zucker- und Salzgehalte nur mit verpflichtenden Farbsignalen für den Verbraucher erkennbar sind. So wirbt der Kinderketchup „Ketchupi“ von Knorr mit „30 Prozent weniger Zucker“, landet bei der Ampel mit 14 Prozent Zuckeranteil aber deutlich im roten Bereich.
„Sehr viele Menschen ernähren sich ungesund, weil sie gar nicht darüber informiert sind, wie hoch der Nährwert mancher Produkte ist“, sagt der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe. „Eine klarverständliche Kennzeichnung von Lebensmitteln soll helfen, ein Produkt als ‚gesund’ oder ‚ungesund’ einzuordnen, um es besser mit anderen Produkten zu vergleichen. Die Ampelkennzeichnung kann dazu eine entscheidende Hilfestellung geben.“
84 Prozent wollen eine verpflichtende Ampel-Kennzeichnung
Der Verordnungsvorschlag der EU-Kommission zur Nährwertkennzeichnung lässt zu, dass Deutschland eine Pflicht zur Ampelkennzeichnung einführt. „Es besteht auch kein Wettbewerbsnachteil für deutsche Firmen, da im einheimischen Markt auch ausländische Produkte so etikettiert werden müssten“, sagte Ziehm.
Bestätigt wird die Forderung durch eine repräsentative Emnid-Umfrage im Auftrag von foodwatch. 84 Prozent der Deutschen finden eine verpflichtende Kennzeichnung mit einheitlichen Symbolen nach den Ampelfarben rot, gelb und grün besser als eine Kennzeichnung ohne einheitliche Vorgaben auf freiwilliger Basis (14 Prozent).
Die Ampelkennzeichnung markiert die Gehalte an Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz mit Farben. Rot bedeutet „nur in kleinen Mengen hin und wieder verzehren“, Gelb „es ist in Ordnung, es häufiger zu essen“ und Grün „eine gesunde Wahl“.
Wie Sie mit Hilfe der Ampelkarte versteckte Dickmacher im Supermarkt finden und warum Bio-Produkte im Trend liegen, erklären die imedo-Gesundheitsnews.
