Wer glaubt, die Tollwut sei als Seuche so gut wie ausgerottet, unterliegt einem gefährlichen Irrtum. Weltweit sterben jährlich rund 60.000 Menschen an den Folgen dieser Infektion. Vor allem in Ländern wie Indien, Thailand, Südostasien und Südamerika ist Tollwut nach wie vor weit verbreitet. Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de informiert über das gefährliche Virus.
Der Verursacher der Tollwut, das Rabiesvirus, infiziert nur warmblütige Säugetiere, zu denen auch der Mensch zählt. Während die Seuche hier in Deutschland und in weiten Teilen Europas in den letzten Jahrzehnten durch Köderschluckimpfungen stark zurückgedrängt werden konnte, besteht in Ländern der Dritten Welt nach wie vor ein erhöhtes Ansteckungsrisiko. Infizierte Überträger sind häufig streunende oder am Strand frei laufende Hunde, in deren Speichel der Erreger gehäuft auftritt. Die Übertragung erfolgt zumeist durch Tierbisse oder Kratzwunden. Entscheidend für die Übertragung der Krankheit ist jedoch der Speichelkontakt.
Die Symptome von Tollwut
Das Virus, welches das zentrale Nervensystem befällt, löst eine Reihe von Symptomen aus. Erstes Anzeichen von Tollwut ist eine brennende, gerötete Bissstelle. Im weiteren Verlauf folgen Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit und Unwohlsein. Danach tritt bei den Erkrankten eine zunehmende Reizbarkeit (Tollwut) auf, gepaart mit starker Verwirrung. Die Schluck- und Atemmuskulatur wird von Krämpfen befallen. Diese Krämpfe können so stark sein, dass die Infizierten sogar vor einem Schluck Wasser zurückschrecken, sprichwörtlich wasserscheu werden. Nur wenige Tage später kommt es dann zum Tod durch Herz- und Atemlähmung.
Tollwut-Risikoländer und Vorsorgeimpfung gegen Tollwut
Sollte es während des Urlaubs tatsächlich einmal zu Tierbissen kommen, ist es daher am Besten, so schnell wie möglich den nächsten Arzt aufzusuchen und sich vorsorglich gegen Tollwut impfen zu lassen. Sollte es tatsächlich zu einer Ansteckung gekommen sein, besteht eine gute Heilungschance, wenn die Impfung erfolgt, solange noch keine Symptome aufgetreten sind. Sobald die ersten Symptome auftreten, ist es zu spät. Die Sterblichkeit liegt in diesem Falle bei 100 Prozent. Aber selbst, wenn bei dem Biss keine Ansteckung erfolgt sein sollte, ist eine vorsorgliche Impfung sinnvoll.
Ebenfalls empfehlenswert ist eine Vorsorgeimpfung gegen Tollwut für Förster und Waldarbeiter, vor allem aber für Reiselustige, die bereits die Sandstrände Südostasiens ins Auge gefasst haben. Weitere Risikoländer sind Indien, die Philippinen, Vietnam, Mexiko oder West- und Ostafrika. Eine Vorsorgeimpfung ist auch noch aus einem anderen Grund angebracht: In den Ländern der Dritten Welt sind oftmals Impfstoffe im Umlauf, die hier in Deutschland als veraltet und stellenweise sogar als ineffizient gelten. Ihre Verträglichkeit gilt als problematisch, da sie zum Teil unangenehme Nebenwirkungen haben. Neu entwickelte Impfstoffe gegen Tollwut werden hingegen gut vertragen und gelten als ausgesprochen zuverlässig.
Tollwut in Deutschland
Nach Ausage von Sebastian Ross vom Institut für Virologie in Essen, liegen die letzten Fälle von Tollwut in Deutschland bereits ein paar Jahre zurück. 2005 wurden drei Patienten durch eine Organspende infiziert. Die betroffenen Organe stammten von einer Spenderin, die sich die Tollwut wenige Monate zuvor in Indien zugezogen habe.
Bei heimischen Wildtieren sei laut Ross damit zu rechnen, dass die Kriterien für „Tollwutfreiheit“ im kommenden Herbst erfüllt werden.
Über Symptome und Vorsorge von Infektionen informieren die imedo-Gesundheitsnews.
