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Ungewöhnliche Verhütungsmittel: Von Krokodilkot bis Kautschuk

7. September 2008 2 Kommentare
Der natürliche Verlauf der Fruchtbarkeit sieht im Leben einer Frau 15 Schwangerschaften vor, acht bis zehn Kinder werden tatsächlich geboren, aber nur sechs bis sieben überleben. Frauen, die das verhindern wollen, greifen zu Verhütungsmitteln. Der Fantasie waren dabei noch nie Grenzen gesetzt. Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de nimmt Sie mit auf eine Reise durch die Schlafzimmer der Vergangenheit. Irgendwann vor vielen tausend Jahren muss den Menschen klar geworden sein, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Geschlechtsakt und einer Schwangerschaft gibt. Schwangerschaftstests, wie sie heute überall zu kaufen sind, gab es noch nicht. „Eine Schwangerschaft hat eine Frau von selbst erst im dritten oder vierten Monat erkannt“, sagt Gynäkologe Christian Fiala. „Man kann das nicht mit der heutigen Zeit vergleichen“, erklärt er weiter. Christian Fiala hat im vergangenen Jahr das Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch in Wien eröffnet. Erstes Schriftstück zum Thema Empfängisverhütung Das älteste überlieferte Schriftstück zum Thema Empfängnisverhütung ist das „Papyrus Kahun“. Es stammt etwa aus der Zeit um 2100 v. Chr. Akazienspitzen mit Datteln und Honig sollten auf einen Federbausch gestrichen und dieser dann in die Scheide eingeführt werden. Diese Art Tampon sollte die Spermien davon abhalten, zur Gebärmutter vorzudringen. Eine andere Methode empfahl, Krokodilkot aufzulösen und saure Milch hinzuzufügen. Ägypterinnen gossen sich zudem einen halben Liter Honig mit einer Prise Soda in die Scheide. Die Überlegungen zu diesen Methoden sind auch aus heutiger Sicht nicht ganz unsinnig. Saure Milch und Soda sind schädlich für die säureempfindlichen Spermien. Fraglich dagegen ist die Nutzung von Krokodilexkrementen. Diese sind basisch und schaffen eher ein nützliches Milieu für Spermien. Es gibt nichts, was nicht probiert wurde um eine Empfängnis zu vermeiden Laut Fiala sein alle Verhütungsmethoden, die bis zur Entdeckung der fruchtbaren Tage verwendet wurden, nicht nachweisbar effektiv gewesen. „Es gibt nichts auf dieser Welt, das nicht als Verhütungsmittel verwendet wurde“, sagt der Gynäkologe. Es sei eher Zufall, wenn Schriftstücke mit alten Methoden gefunden werden, die angeblich zur Verhütung beitragen. Das Wissen über die Vorgänge im weiblichen Körper sei einfach zu gering gewesen, so Fiala. Frühe Scheidenzäpfchen Doch die Ägypterinnen waren hartnäckig in Sachen Empfängnisverhütung. Schon damals gab es sogar Scheidenzäpfchen. Granatapfelkerne wurden zerkleinert und in Wachs eingerollt. Heute ist bekannt, dass Granatäpfel eine antiöstrogene Wirkung besitzen. Die Ägypterinnen versprachen sich eine Verhinderung des Eisprungs. Auch in der Erfindung so genannter mechanischer Verhütungsmittel waren die Ägypterinnen kreativ. Angeblich haben sie halbierte Zitronenschalen als Diaphragma benutzt und über den Muttermund gelegt. Der Vorläufer der Spirale stammt aus dem Orient und wurde bei Kamelweibchen angewendet. Mit Hilfe eines Schilfrohrs sollen den Tieren Kieselsteine in die Gebärmutter geblasen worden sein. Die Steine bewirkten, dass der Eingang zur Gebärmutter verschlossen wurde. Man könne aber nicht davon ausgehen, dass Wissen zur Zeit vor dem Buchdruck ausreichend weitergeben werden konnte, sagt Christian Fiala. Wissen sei nur regional verbreitet gewesen. Wenn eine Ägypterin ein angblich wirkungsvolles Verhütungsmittel entdeckt hatte, heiße das nicht automatisch, dass dieses allgemein gängig gewesen sein musste. Es hätten nur wenige Menschen davon gewusst, erklärt der Experte. Von Leder bis Kautschuk: die Entwicklung des Kondoms Gar nicht gefühlsecht waren die ersten „Kondome“. Überzieher aus Schildpatt, so genannte Kabutogata, wurden im 10. Jahrhundert v. Chr. in Japan verwendet. Damals sollten sie vor einer Schwangerschaft schützen. Heute gibt es das Kabutogatas als Spielzeug zur Luststeigerung. Aber auch Überzieher aus Leder, Fischblasen, Tierdärmen und Ölpapier wurden benutzt. Als Erfindes des Kondoms gelten aber weder die Ägypter noch die Japaner, sondern der italienische Chirurg Gabriele Fallopio. Er riet im 16. Jahrhundert zur Nutzung von Leinensäckchen, die mit Medikamenten und anorganischen Salzen getränkt wurden. Das sollte vor der Syphilis schützen. Seinen Namen verdankt die Latexhülle angeblich dem Hofarzt des englischen Königs Charles II. Dr. Condom soll er geheißen haben. Der berühmteste Nutzer der Kondome war wohl Giacomo Casanova. Im 18. Jahrhundert bevorzugte er allerdings die bequemere Form - gefüttert mit Samt und Seide, konnten die Verhüterlis gewaschen, getrocknet und wiederverwendet werden. Im 19. Jahrhundert wurden erstmals Gummi-Kondome aus Kautschuk gefertigt. Die Idee stammte von Charles Nelson Goodyear. Zwei Millimeter waren diese Kondome dick und wurden ab Mitte des 19. Jahrhundert serienmäßig hergestellt. Das Happy-End der langen Geschichte hinsichtlich Verhütung „Zuviele Kinder haben das wirtschaftliche Überleben der Familie gefährdet“, sagt Fiala. Der Versorgungsaspekt, den Kinder heutzutage erfüllen, war damals noch nicht ausgeprägt. In der vorindustriellen Zeit sei die Lebenserwartung weitaus niedriger gewesen als heute, die Kinder mussten folglich länger versorgt werden, als die Eltern einen Nutzen gehabt hätten, erklärt der Experte. Der erste wirklich Wendepunkt in Sachen Verhütung kam 1929. Der Japaner Kyusaku Ogino entwickelte eine Rhytmus-Methode um die Chancen zur Empfängnis zu erhöhen. Der Österreicher Hermann Knaus entwickelte sie weiter zur Empfängnisverhütung. Aufgrund ihrer Unzuverlässigkeit dient sie aber eher ersterem. Zuverlässig oder nicht, das Ergebnis war eine Revolution in der Geschichte der Verhütung. Der weibliche Zyklus wurde erstmals beschrieben und die Basis zur wirksamen Empfängnisverhütung war geschaffen. Die Anti-Baby-Pille Die zweite revolutionäre Entwicklung ist die Erfindung der Anti-Baby-Pille. Anfang der 60er Jahre kam sie auf den deutschen Markt und ist seitdem das am weitesten verbreitete Verhütungsmittel. Dass Frauen heutzutage so aktiv auf den Zyklus Einfluss nehmen können ist für Christian Fiala „das Happy-End des bewegendsten Themas der Menschheit“. Man könne sich das Leiden der Frauen in den vergangenen Jahrtausenden nicht vorstellen. Durch die moderne Wissenschaft und die Entwicklungen in der Empfängnisverhütung sei ein Leben, wie wir es heute führen, erst möglich geworden. Ohne die Entdeckung der fruchtbaren Tage und der Pille wäre das nicht möglich, sagt Fiala. Die imedo Gesundheitsnews informieren über Sex. So zum Beispiel über  Sex nach der Schwangerschaft und Sexunfälle.
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