Michaela ist heute 25 Jahre alt, Studentin und führt ein weitgehend normales Leben. Das war nicht immer so. Mit zwölf Jahren begann sie ihre erste Diät, mit 14 Jahren hat sie sich zum erste Mal nach dem Essen erbrochen. Der klassische Beginn einer Bulimie, auch Ess-Brech-Sucht genannt, an der hierzulande etwa 600.000 Menschen leiden. Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de berichtet.
Es ist ein Teufelskreis, mit dem Michaela wohl ihr ganzes Leben zu kämpfen hat. Die 25-jährige begann bereits vor 13 Jahren ihre erste Diät und leidet seit ihrem 14. Lebensjahr an Bulimie. Anfangs hat sie sich nur auf Partys erbrochen, immer dann, wenn sie betrunken war. Später dann auch alleine zuhause, erzählt sie gegenüber imedo. „Irgendwann hat sich mein ganzer Tagesablauf nur noch um Essen und das Gewicht gedreht.“ Das blieb auch ihren Eltern nicht verborgen, mit der Konsequenz, dass sie die Küche und die Vorratskeller abgesperrten. „Wenn ich heute daran denke, frage ich mich, wie ich das nur ausgehalten habe. Es war mir damals alles nur furchtbar peinlich und ich wollte damit aufhören, konnte es aber nicht. Das Ganze war zur Sucht geworden“, erzählt Michaela.
Bulimie: Gewichtregulation durch Erbrechen
Bei einer Körpergröße von 1,78 Meter wog sie in den vergangenen Jahren zwischen 54 und 75 Kilo. Doch egal, ob das eine oder das andere Gewicht, Michaela hat sich immer dick gefühlt. Sie habe dann versucht mit Erbrechen, Abführ- und Entwässerungsmitteln, exzessivem Sport und Hungern ihr Gewicht zu regulieren. „In meiner schlimmsten Zeit ging mein ganzes Geld für Lebensmittel, Tabletten, Alkohol und Zigaretten drauf“, erzählt Michaela. Hobbies habe sie zu der Zeit kaum noch gehabt. Der Sport war vielmehr Mittel zum Zweck um Gewicht zu verlieren. „Soziale Kontakte waren dazu da, um Alkohol und Drogen zu konsumieren.“
Eine Therapie gegen Bulimie muss man selbst wollen
Michaela war bei Beratungsstellen und Psychologen - vergeblich. Eine Therapie hatte sie bisher nie beendet. Erst vor einem Jahr hat sie eine Verhaltenstherapie begonnen. Damals steckte ihre Beziehung in einer Krise und der Abschluss des Studiums stand kurz bevor. „Die Voraussetzung für den Erfolg einer Therapie ist, dass man es selbst will und bereit ist, zu arbeiten.“
Heute geht es ihr besser. Sie muss nicht mehr den ganzen Tag ans Essen denken und auch ihr Selbstwertgefühl, das während der vergangenen Jahre sehr gelitten hat, ist wieder besser geworden. Nur in extremen Stresssituationen wird Michaela noch rückfällig und erbricht. Danach fühlt sie sich auch heute noch erleichtert. Ihr habe eine Therapie geholfen, wieder ein normales Leben zu führen, „auch wenn ich wohl ein Leben lang auf mich achten und an mir arbeiten muss“.
Die Redaktion hat den Namen geändert.
Bulimie schädigt den Körper und kann sogar zu Unfruchtbarkeit führen. Informationen finden Sie mit Hilfe der imedo-Gesundheitsnews.
Menschen mit Essstörungen bietet die imedo-Gesundheitscommunity die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen, beispielsweise mit der Gruppe zum Thema Bulimie.
