Von 25. bis 28. November 2008 fand in Rio de Janeiro in Brasilien der dritte Weltkongress gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen statt. Die sexuelle Ausbeutung zählt zu den schwersten Kinderrechtsverletzungen. Jährlich sind mehrere Millionen Kinder betroffen - nicht nur in Dritte-Welt-Ländern. Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de berichtet.
Ab dem 25. November 2008 fand in Brasilien der dritte Weltkongress gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen statt. Die ersten Schätzungen der globalen UN-Studie haben ergeben, dass rund 1,2 Millionen Kinder an Menschenhändler verkauft werden. Diese zwingen 1,8 Millionen Mädchen und Jungen zur Prostitution und zur Pornographie. Das gesamte Ausmaß ist nicht bekannt, denn die Dunkelziffern liegen weitaus höher. Über den Handel mit Kindern erzielen Händler nach Angaben der Kinderhilfsorganisation Unicef Einnahmen in Milliardenhöhe.
Der Weltkongress gegen sexuelle Ausbeutung
Die Vereinten Nationen, einzelne Staaten, internationale Gremien und zahlreiche Nichtregierungsorganisationen haben in den vergangenen 15 Jahren bereits Schritte unternommen, um Kinder zu schützen. Ein großer Schritt war hierbei der Weltkongress gegen sexuelle Ausbeutung. 1996 fand er das erste mal in Stockholm statt, 2001 zum zweiten Mal in Yokohama.
Rolle Deutschlands in Sachen Kinderhandel ist klar definiert
Gerd Hofe, Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugendliche leitete die deutsche Delegation beim Weltkongress gegen sexuelle Ausbeutung im Jahre 2008. Unter den Teilnehmern waren auch 300 Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren.
Die Rolle Deutschlands im Kampf gegen Kinderhandel und Kinderpornographie ist klar definiert. Die Kinderhilfsorganisationen Unicef und ECPAT fordern, dass Internetprovider und Betreiber von Internetforen dafür sorgen müssen, dass kinderpornographisches Material aus dem Netz genommen wird und sie sollten zudem die Strafverfolgung der Täter unterstützen. Des Weiteren sollen sich Lehrer und Eltern selbst informieren, um Kinder besser schützen zu können. Experten fordern, minderjährige Prostituierte in Deutschland zu schützen und nicht zu bestrafen oder abzuschieben.
Tatort Internet: Pädophile suchen nach Opfern
In Deutschland tummeln sich Pädophile vor allem in Internet-Chatrooms. Eine Umfrage unter Jugendlichen von der Universität Köln hat ergeben, dass Internetnutzer 38 Prozent gegen ihren Willen nach sexuellen Dingen gefragt hatten. Mehr als jeder zehnte Befragte bekam unaufgefordert Nacktfotos, fünf Prozent erhielten Pornofilme, acht Prozent wurden zu sexuellen Handlungen vor der Webcam aufgefordert.
Für Deutschland war auch Ekin Deligöz in Rio de Janeiro dabei. Die Grünen-Politikerin ist zudem im Vorstand bei Unicef. Im Vorfeld der Veranstaltung sagte sie: „Skrupellose Erwachsene nutzen die Schutzlosigkeit von Kindern aus - für sich selbst und weil sie Profit machen wollen. Wer hierzu schweigt, macht sich mit schuldig an der Zerstörung der Kinder.“
Auch Genitalverstümmelung ist ein großes Thema, sogar in Deutschland. Informieren Sie sich mit Hilfe der imedo-Gesundheitsnews.
