Die Zahl der psychischen Erkrankungen steigt immer weiter an. Laut Statistischem Bundesamt war 2006 die Krankenhausverweildauer wegen psychischer und Verhaltensstörungen mit rund 21 Tagen höher, als bei allen anderen Erkrankungen. Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de und die Baden-Württembergische Sozialministerin Monika Stolz fordern deshalb von der Gesundheitspolitik mehr Aufmerksamkeit und Flexibilität.
Immer mehr psychische Erkrankungen
Baden-Württembergs Sozialministerin Monika Stolz, tätig bei der CDU, beklagt einen besorgniserregenden Anstieg von psychischen Krankheiten. Immer mehr Menschen seien von Störungen im Sozialverhalten, Aufmerksamkeitsdefiziten, Angstzuständen oder Essstörungen betroffen, sagte Stolz beim Rottweiler Herbstsymposium für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik. Die Wissenschaft spreche in diesem Zusammenhang von einer „neuen Morbidität“.
Spezifisches und flexibles Vergütungssystem in der Psychiatrie gefordert
Das Gesundheitswesen sei hier besonders gefordert. Baden-Württemberg verfüge aber über ein „differenziertes und qualitativ hoch stehendes Versorgungssystem“ in Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik.
Die Ministerin forderte zugleich ein spezifisches und flexibles Vergütungssystem in der Psychiatrie. Fallpauschalen seien der falsche Weg. „In einem psychiatrischen Krankenhaus darf es nicht in erster
Linie um die Zahl der abgerechneten Fälle gehen“, sagte die Ministerin. Einer Typisierung seien in der Psychiatrie Grenzen gesetzt. Experten müssten berücksichtigen, dass therapeutische Prozesse bei gleicher Diagnose sehr unterschiedlich verlaufen könnten.
Depressionen sind bereits eine Volkskrankheit. Die imedo-Gesundheitsnews informieren über das Bekämpfen von Depressionen im Internet.
