Der Herzschrittmacher ist ein Meilenstein in der Geschichte der Medizin. Am 8. Oktober 1958 wurde dem Schweden Arne Larrson der erste Herzschrittmacher eingesetzt. Seither hat der künstliche Taktgeber Millionen Leben gerettet. Neueste Technik ermöglicht den Patienten ein weitgehend normales Leben.Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de informiert über den Herzfehler und den Lebensretter Herzschrittmacher.
Jasmine Krämer war bereits 20 Jahre alt, als sie von ihrem Herzfehler erfuhr. Eigentlich ist das ungewöhlich. Fehlbildungen am Herzen können heutzutage bereits bei der Ultraschalluntersuchung in der Schwangerschaft festgestellt werden. Heute ist Jasmine Krämer 35 Jahre alt und führt ein weitgehend normales Leben - dank eines Herzschrittmachers. Sie hat drei Kinder zur Welt gebracht, geht regelmäßig schwimmen und hält sich mit ihrem Heimtrainer fit.
Angeborene Herzfehler rücken in den Fokus der Ärzte
In der Vergangenheit kam es häufiger vor, dass Herzfehler bei Neugeborenen nicht entdeckt wurden. „Es gibt an die hundert verschiedene angeborene Herzfehler mit wiederum hunderten verschiedener Ausprägungen“, erklärt Martin Schneider, Chefarzt der Kinderkardiologie im Deutschen Kinderherzzentrum in Sankt Augustin bei Bonn. „Wenn Neugeborene beispielsweise blau zur Welt kommen oder wenn Herzgeräusche zu hören sind, fallen sie sofort auf.“ Ganz anders sei es aber, wenn etwa zwischen den beiden Herzvorkammern ein Loch ist, das keinen Druckunterschied und damit auch keine Geräusche verursacht. „Dann wird ein solcher Defekt unter Umständen zeitlebens nicht entdeckt“, erklärt Schneider.
Für die Ärzte in Deutschland ist das Thema angeborener Herzfehler zunehmend in den Mittelpunkt gerückt. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, kurz DKG, leben hierzulande 180.000 Erwachsene mit Herzfehlern, kurz EMAH-Patienten. In zehn Jahren werden es etwa 225.000 sein.
Überlebenschancen bei Herzfehler stark gestiegen
Laut einer Statistik der DGK erreichte in den Jahren 1950 bis 1959 nur jeder 10. von den 15.000 Menschen, die mit schweren Herzfehlern zur Welt kamen, das 18. Lebensjahr. Bei den gut 12.000 Patienten, die von 1990 bis 1999 geboren wurden, lag die Überlebensrate mit fast 8500 Patienten bei 70 Prozent.
In Deutschland werden jährlich rund 65.000 Herzschrittmacher eingesetzt. Die kleinsten sind heute nicht größer als eine Zwei-Euro-Münze, Herzschrittmacher für Kinder sogar noch kleiner. „Wichtiges Ziel auch künftiger Schrittmacher-Forschung ist es aber, den Patienten ein Leben ohne Einschränkungen ermöglichen“, sagt Hans-Joachim Trappe, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung.
Wie das Herz als Generator des Herzschrittmachers fungieren kann und warum Kopfhörer den Herzschrittmacher stören können, erklären die imedo-Gesundheitsnews.
