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Gesundheitskolumne: Richtig heben ohne einen Bandscheibenvorfall zu riskieren

18. Mai 2009 4 Kommentare
Sportmediziner, Allergologen, Schwimmweltmeister, Kabarettisten und Ernährungsmediziner gehören zum großen Expertenteam des Internet-Gesundheitsportals www.imedo.de. Ab sofort berichten die Experten aus Funk und Fernsehen im wöchentlichen Wechsel darüber, was wirklich gesund ist, was Anfänger beim Sport beachten sollten und wie Pollen-Allergiker unbeschadet durch den Frühling und Sommer kommen. In dieser Woche: Professor Thomas Wessinghage erklärt, wie man richtig Heben muss, um Folgeschäden wie den Bandscheibenvorfall zu vermeiden. Der Mensch von heute ist – zumindest im Vergleich zu seinen Vorfahren – eine schlappe Socke geworden. Das ist kein Wunder. Während unsere Ahnen vor rund 150 Jahren noch fast ausschließlich zu körperlicher Arbeit greifen mussten, um ihr tägliches Brot zu verdienen, ist diese Form des Lebensunterhalts heutzutage fast völlig ausgestorben (unter fünf Prozent am Bruttosozialprodukt). Alltag im Sitzen bewirkt schwache Rückenmuskulatur und schlechte Bewegungssteuerung Der Mensch von heute sitzt am Arbeitsplatz und im Auto und sitzt beim Essen und sitzt vor dem Fernsehgerät oder Computer, und wenn er nicht sitzt, dann liegt er meistens im Bett. Somit gibt es im Alltag fast keine Möglichkeit mehr, die uns innewohnenden Kräfte zu fördern. Die Konsequenz ist ein Volk von Schwächlingen, zumindest wenn man die Rumpfmuskulatur betrachtet. Und so fehlt uns ein Korsett, mit dessen Hilfe die lange, senkrecht in der Gegend herumstehende Wirbelsäule gestützt werden kann. Zumal wenn man sich aus der Ideallinie bewegt, sich also etwas nach vorn oder zur Seite neigt. Schon droht Unheil, weil unsere Muskeln alsbald überfordert werden. Und noch gefährlicher wird es, wenn dann doch einmal eine Last zu bewegen ist. Zum Beispiel der Wasserkasten, der in der Tat das Schwerste und oft auch einzige Gewicht darstellt, das im modernen Leben noch hier und da zur Hochstrecke gebracht werden soll. Mit den fehlenden Bewegungsansprüchen ist uns auch eine zweite, sehr wesentliche Eigenschaft verloren gegangen – die der geschickten Bewegungssteuerung (Koordination). Was man nicht übt, das kann man nicht. Wer Golf spielen möchte, nimmt sich einen Personal Trainer. Wer einen Wasserkasten heben möchte, packt zu. Überforderung der Muskulatur Nicht selten kommt es dabei zu lokaler muskulärer Überforderung: Verhärtung, Zerrung, Hexenschuss. Das ist sehr schmerzhaft aber nicht wirklich gesundheitsgefährdend. Gelegentlich aber auch zu einem erheblich unangenehmeren Problem, einer Verletzung der Zwischenwirbelscheiben (Bandscheibenvorfall). Durch überhöhten Druck durch ungewohnte Last und vorgeschädigtes Gewebe, durch jahrelange Fehlbeanspruchungen, reißt der Bindegewebering um die Gallertmasse in der Mitte der Bandscheibe und führt in letzter Konsequenz zu Beeinträchtigungen der Nervenfunktionen, die sich in Schmerz, Gefühlsstörungen und/ oder  Lähmungen äußern können. Was tun? Nur noch Tee aus kleinen Tassen trinken? Besser wäre es, den Rücken auf die Belastungen im Getränkemarkt vorzubereiten. Und damit gleichzeitig die Folgen des Dauersitzens zu lindern. Dazu bedarf es nur einiger weniger Übungen, die sich zur Verbesserung der Muskelkraft eignen. Die werden vom Therapeuten empfohlen und lassen sich im Fitness-Studio durchführen -gern aber auch mit dem eigenen Körpergewicht, das ja oft reichlich, manchmal auch überreichlich vorhanden ist. Richtiges Heben Jetzt müssen wir uns nur noch ein wenig Körpergefühl anschaffen, damit wir wieder spüren, was dem Rücken gut tut und was nicht. Zum Beispiel das effektive Aufbauen eines kompakten Muskelkorsetts um Bauchraum und Lendenwirbelsäule herum, wenn es etwas zu heben gibt. Oben begrenzt vom Zwerchfell (Atmung), unten vom Beckenboden (Anspannen), vorn von der Bauchmuskulatur, hinten von den Rückenstreckern. Der Bewegungsablauf beginnt mit diesen Vorbereitungen. Die Füße stehen schulterbreit, möglichst dicht neben dem zu hebenden Gegenstand. Wir gehen in die Knie, die Füße bleiben flach am Boden. Der Rücken ist gerade, die muskuläre Spannung wird aufrecht erhalten, der Po nach hinten gestreckt. Dann heben wir den Kasten möglichst eng am Körper (Hebelgesetze!) und tragen ihn mit kleinen Schritten zum Auto oder in den Keller. So kann uns der Wasserkasten nichts anhaben. Und viele andere Störfaktoren auch nicht, die uns die Folgen des guten, bequemen, komfortablen aber leider auch ungesunden Lebens oft schmerzhaft fühlen lassen. ________________________________________________________________________________________________________ Thomas Wessinghage ist Facharzt für Orthopädie sowie Physikalische und Rehabilitative Medizin. Er ist Professor an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement. Er tritt häufig im Fernsehen als Experte auf, hat verschiedene Bücher geschrieben und veröffentlicht in schreibt für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften Kolumnen. Als Hochleistungssportler hat er zweimal an Olympischen Spielen teilgenommen. Er war 22mal Deutscher Meister, Europameister und Weltcupsieger im verschiedenen Laufdisziplinen. Die imedo-Gesundheitsnews halten weitere Artikel zum Thema bereit. Lesen Sie auch: Beim Tragen und Heben den Rücken schonen und Durch Sport dem Hexenschuss vorbeugen.
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