Richtig Heben will gelernt sein, vor allem wenn man Folgeschäden für den Rücken vermeiden will. Die meisten Schmerzen entstehen durch falsche Bewegungen und zu hohe Belastungen für den Rücken. Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de und Orthopäde Christoph Eichhorn erklären, worauf es bei der Belastung des Rückens ankommt.
Rückenschmerzen sind eine Plage. Wenn die Wirbelsäule schmerzt, kann sogar das bloße Liegen anstrengen. Eine häufige Ursache für solche Schmerzen sind Überlastungen beim Tragen und Heben. „Eintönige Belastungen und seitliche Hebebewegungen nimmt der Rücken besonders krumm“, warnt der Aachener Orthopäde Christoph Eichhorn.
Der Alltag birgt Gefahren für den Rücken
Schädliche Bewegungen für den Rücken lauern hundertfach im Alltag. Die Getränkekiste muss aus dem Einkaufswagen in den Kofferraum - damit es schneller geht, wuchtet man den Kasten kurzerhand seitwärts ins Auto. „Auf Drehbewegungen unter Last ist die Wirbelsäule nicht ausgelegt“, warnt der Orthopäde. Selbst bei einem gesunden Rücken könne eine solche Aktion schnell zu akuten Schmerzen führen.
Empfehlung: Gegenstände aus der Hocke anheben
Gesünder sind nach Eichhorns Angaben gerade Hebebewegungen, bei denen sich der Oberkörper nicht seitwärts dreht. „Beim Heben und Tragen gilt dazu: Je weiter das Gewicht vom Körpermittelpunkt entfernt ist, desto schlechter für den Rücken“, betont der Experte. Als Hilfe könne man sich hierfür eine Linie vom Scheitel über den Bauchnabel bis zu den Füßen vorstellen. Die Last sollte man am besten mit angewinkelten Armen dicht vor den Bauch pressen.
Wenn ein Gegenstand vom Boden hochgehoben werden muss, sei darüber hinaus dringend zu empfehlen, in die Knie zu gehen und aus der Hocke zu heben, sagt Eichhorn. So werde die Beinmuskulatur zur Unterstützung genutzt und gleichzeitig könnten Drehungen vermieden werden. Der Experte empfiehlt, auf keinen Fall Gewichte aus gebückter Haltung schnell in die Höhe zu reißen. „Nach solchen Aktionen kommen die meisten Patienten mit akuten Rückenschmerzen in meine Praxis“, berichtet der Orthopäde.
Muskeltraining ist wichtig um den Rücken zu schonen
Auf der Schulter oder dem Rücken können gesunde Menschen laut Eichhorn Lasten transportieren, solange auch hier das Gewicht nah am Körpermittelpunkt getragen und ein Gewicht von höchstens 25 Kilo nicht überschritten wird. Bei Rucksäcken könne man dazu häufig einen mitgelieferten Beckengurt umschnallen, der das Gewicht auf den Hüften abfedere und so besser verteile.
Zur Vorbeugung empfiehlt der Orthopäde, regelmäßig Sport zu treiben. „Muskeltraining ist das A und O, um den Körper auf wechselnde Belastungen einzustellen“, betont Eichhorn. Spätestens mit dem 30. Lebensjahr setze der natürliche Verlust an Muskelzellen ein. Schon mit zwei- bis dreimal Training im Monat könne man sich gut für Belastungen rüsten.
Weitere Informationen zum Thema Rückenschmerzen finden Sie mit Hilfe der imedo-Gesundheitsnews: Gesundheitskolumne: Mit Sport dem Hexenschuss vorbeugen.
