Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de informiert über ungesättigte Fettsäuren. Diese könnten möglicherweise das Abnehmen unterstützen. Tests haben ergeben, dass die ungesättigten Fettsäuren, die beispielsweise im Olivenöl vorhanden sind, ein Sättigkeitsgefühl hervorrufen. Weitere Untersuchungen sollen genauere Ergebnisse liefern.
Fette mit ungesättigten Fettsäuren können möglicherweise beim Abnehmen helfen, wie Forscher jetzt gezeigt haben: Einmal im Dünndarm angekommen, vermitteln Olivenöl und Konsorten dem Körper nämlich die Botschaft „Hör auf zu essen, Du bist satt!“. Verantwortlich dafür ist vor allem die Ölsäure, eine häufig vorkommende Fettsäure, die im Dünndarm die Übermittlung der Botschaft ans Gehirn auslöst. Sollte sich bestätigen, dass die bisher lediglich bei Ratten nachgewiesene Signalkette auch beim Menschen das Sättigungsgefühl beeinflusst, könnten Mediziner mit Hilfe dieses natürlichen Appetitkontrollsystems neue Therapien gegen Übergewicht und Fettleibigkeit entwickeln. Über ihre Arbeit berichten Gary Schwartz von der Yeshiva-Universität in New York und sein Team im Fachmagazin „Cell Metabolism“.
Sättigungsgefühl über Botenstoffe weitergegeben
Schon früher hatten Forscher beobachtet, dass nach dem Essen die Schleimhautzellen im Zwölffingerdarm und dem oberen Teil des Dünndarms in Aktion treten und eine Substanz namens Oleylethanolamid, kurz OEA, produzieren. Dieser Botenstoff bahnt sich dann seinen Weg zu den Nervenenden, die wiederum dem Hirn die Nachricht übermitteln, dass der Körper keine weitere Nahrung benötigt. Was diese Signalkette jedoch auslöst, war bislang nicht bekannt. Daher versorgten Schwartz und sein Team nun Ratten mit verschiedenen Nährstoffen und beobachteten die Reaktion der Schleimhautzellen.
Das Ergebnis: Lediglich eine Fettemulsion, nicht jedoch Proteine oder Kohlenhydrate, lösten die OEA-Bildung aus. Zudem gab es nur dann eine Reaktion, wenn die Emulsion Ölsäure, eine einfach ungesättigte, häufig in pflanzlichen Fetten vorkommende Fettsäure enthielt. Diese Fettsäure dockte gezielt an Rezeptoren auf der Oberfläche der Darmschleimhautzellen an und kurbelte damit die OEA-Produktion an. Das System, so die Schlussfolgerung der Forscher, ist demnach ein natürlicher Appetitkontrollmechanismus des Körpers, mit dem er eine zu hohe Fettzufuhr vermeidet.
Gesättigte Fettsäuren kann das Kontrollsystem nicht erkennen
Dass so viele Menschen trotzdem Fett im Überschuss zu sich nehmen, könnte an der Art der in industriell gefertigten Lebensmitteln verwendeten Fette liegen, spekulieren die Wissenschaftler: Es handele sich dabei fast ausschließlich um gesättigte Fettsäuren, die das Kontrollsystem nicht erkennen kann und die so möglicherweise die natürliche Abwehr umgehen.
Sättigungsgefühl künstlich herstellen
Die Forscher hoffen nun, für eine Therapie gegen Übergewicht die Wirkung der Ölsäure auch künstlich nachahmen und so dem Körper ein falsches Sättigungsgefühl vorgaukeln zu können. Zu Hilfe kommt ihnen dabei, dass die Rezeptoren, an die die Ölsäure andockt, bereits früher im Fokus von Pharmaforschern standen und daher gut untersucht sind. Alternativ könnten Experten auch Wirkstoffe einsetzen, die dem Abbau von OEA entgegenwirken und so das Sättigungsgefühl länger erhalten. Bis dahin helfe jedoch auch, vor allem ölsäurehaltige Fette zu verwenden.
Olivenöl macht nicht nur satt, sondern schützt auch Haare und Kopfhaut im Winter. Informieren Sie sich mit Hilfe der imedo-Gesundheitsnews.
