Mindestens jedes zehnte Kind unter 15 Jahren schlafwandelt. Das ist das Ergebnis einer Studie der Techniker Krankenkasse. Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de erklärt, wie kleine Schlafwandler sicher durch die Nacht kommen.
Gefahren des Schlafwandelns
Mit ausdruckslosem Gesicht, starrem Blick und eckigen Bewegungen laufen sie nachts scheinbar zielstrebig durch die Wohnung. Doch ihre „schlafwandlerische Sicherheit“ trügt: Die kleinen Nachtwanderer bewegen sich auf ihrem Streifzug im Tiefschlaf nicht sehr feinfühlig, und Möbel oder Treppen werden schnell zu gefährlichen Stolperfallen. Inga Margraf, Psychologin, rät Eltern von kleinen Schlafwandlern, scharfkantige Möbel abzupolstern, Treppen zu sichern und Fenster und Türen abzuschließen. Ein Glöckchen an der Kinderzimmertür kann Eltern signalisieren, dass ihr Sprössling unterwegs ist.
Schlafwandeln gibt keinen Grund zur Sorge
Grund zur Sorge ist das Schlafwandeln nicht – bis zur Pubertät stellt sich meist der normale Schlaf wieder ein. „Eltern sollten ihr schlafwandelndes Kind nicht aufwecken, sondern sanft ins Bett zurückführen“, empfiehlt Expertin Inga Margraf. „Schlafwandler sind im Tiefschlaf unterwegs. Werden sie plötzlich geweckt, erschrecken sie sich nur unnötig.“ Besonders gefährlich ist dies, wenn sie in einer Gefahrensituation – etwa am offenen Fenster – aufgeweckt werden und sich dann erschrecken.
Schlafwandeln tritt in einer Tiefschlafphase in der ersten Hälfte der Nacht auf. Dabei erwacht der Körper teilweise aus dem Schlaf in einen Zustand des Halbwachseins. „Schlafwandler können in diesem Zustand relativ eintönige Bewegungen ausführen, ohne dies selbst bewusst wahrzunehmen“, erklärt Inga Margraf.
„Erinnern können sie den maximal halbstündigen nächtlichen Ausflug am nächsten Morgen nicht.“ Meist bewegen sie sich geradeaus auf eine Lichtquelle zu. Im Gegensatz zur klassischen Darstellung des Schlafwandlers auf dem Dachfirst, spielt der Mond heute jedoch keine herausragende Rolle mehr – stärkere
Lichter haben ihn als Anziehungspunkt abgelöst.
Gründe für das Schlafwandeln
Warum Menschen schlafwandeln, ist bis heute umstritten, ein einheitliches Erklärungsmuster scheint es nicht zu geben. Eine Rolle spielt wohl der Entwicklungsprozess des kindlichen Gehirns und zentralen Nervensystems, denn besonders häufig sind Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren betroffen. Untersuchungen deuten zudem darauf hin, dass die Veranlagung zum Schlafwandeln vererbt wird. Außerdem können Stress und Angst, Fieber, eine volle Blase oder äußere Einflüsse wie Lärm das nächtliche
Umherwandern beeinflussen.
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