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Welt-Polio-Tag: Warum uns diese Krankheit immer noch betrifft!

28. Oktober 2011 2 Kommentare
Man könnte denken, seit einigen Jahrzehnten sei Polio kein Thema mehr. Die Krankheit scheint hier ausgestorben. Tatsächlich gab es 1992 den letzten Fall einer Polioerkrankung in Deutschland. Auch alle anderen europäischen Länder, sowie Amerika, Nordasien und Australien scheinen komplett polio-frei. Doch erst letztes Jahr machten Polioepidemien in Tadschikistan und Pakistan mit Auswirkungen bis nach Russland wieder auf die Krankheit aufmerksam. Sogar bis nach China, obwohl es dort 1999 den letzten registrierten Fall gab, reichten Ausläufer der Epidemien. Doch nicht nur das sollte uns aufmerksam machen, denn schließlich gibt es in Südasien und Afrika immer noch jährlich 1500 Neuerkrankungen! Was ist Polio überhaupt? Poliomyelitis, umgangssprachlich auch als Kinderlähmung bekannt, ist eigentlich eine Infektionskrankheit. Der Erreger sind die Poliviren. Sie werden unter schlechten hygienischen Bedingungen schnell durch Tröpfchen-, Schmier- oder Kontaktinfektionen übertragen. Ist der Erreger über den Mund in den Darm gelangt, vermehrt sich und verteilt sich dann über die Blutbahn. Es gibt noch keinerlei Therapie gegen die Krankheit an sich, nur die Symptome können bekämpft werden. Durch eine mögliche Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen ist die Krankheit hochansteckend und der Name Kinderlähmung täuscht: Es können auch Erwachsene erkranken, auch wenn das, durch besserer Hygiene oder Immunsystem, seltener oder nicht so ausgeprägt passiert. Meistens verlaufen bis zu 95 Prozent der Erkrankungen unbemerkt. Der andere Teil der Betroffenen leidet allerdings im 1. Stadium unter Grippe-ähnlichen Symptomen. Davon erkrankt wiederum ein Teil nach 1-2 Wochen beschwerdefreier Zeit an einer Hirnhautentzündung, dem 2. Stadium. Diese kann bei der paralytischen Form der Krankheit, teilweise über Nacht, zu schmerzhaften Lähmungen führen, die meist in asymmetrischer Form die Oberschenkel betreffen. Sie erreichen nach 4-5 Tagen ihren Höhepunkt und bilden sich dann zurück, allerdings leiden 25 % unter schweren und nochmal 25% unter leichten Muskelschäden, sowie eventuell unter Durchblutungs- und Hauternährungsstörungen. Des Weiteren können durch die Lähmung Gelenkschäden wie Skoliose oder zum Beispiel deformierte Füße zurück bleiben. Auch das Post-Polio-Syndrom kann sich noch nach Jahren in extremer Müdigkeit sowie Muskelschwund und –schmerzen oder Atem- und Schluckbeschwerden äußern. Noch gefährlicher ist jedoch die bulbäre Form, denn sie betrifft direkt die Hirnnerven, was häufig Atem- oder Kreislaufregulationsstörungen verursacht und meistens zum Tod führt. Impfen? Das sagen Gegner und Befürworter: Da es, wie zuvor erwähnt, keine Therapiemöglichkeit für die Krankheit an sich gibt, ist eine Impfung meist der einzige Schutz. Hier ergibt sich jedoch ein Problem, denn Impfskepsis und Impfmüdigkeit steigen.
  • Auf der einen Seite stehen die Impfmüden, die es nicht mehr für nötig befinden sich zu impfen oder zur Nachimpfung zu gehen, da die Krankheit ihren Schrecken verloren hat
  • Außerdem gibt es die Impfgegner, die meistens religiös motiviert sind oder durch alternativmedizinische Hintergründe eine Impfung ablehnen.
  • Oftmals zweifeln sie die Wirksamkeit an oder werfen der Forschung vor, es fehle eine Wirksamkeitsmessung.
  • Ein zweiter Kritikpunkt sind durch Impfungen ausgelöste mögliche Spätfolgen, Krankheiten oder Allergien. Die Behauptung wird aufgestellt, es käme öfter zu schwerwiegenden Nebenwirkungen als es zu den zu verhütenden Krankheiten käme.
  • Außerdem bestärkt die Impfgegner meist eine kritische Haltung staatlicher Einrichtungen gegenüber und der Vorwurf der Bereicherung durch die Pharmaindustrie an Impfungen.
Auch wenn diese Argumente vielleicht vereinzelt berechtigt sind, sprechen die meisten Studien dagegen: So sank die Rate der Polioerkrankten nach der Impfungseinführung 1960 von 958 im Jahre 1959 auf 4 im Jahre 1961! Genau so nahmen Allergien erst signifikant zu, als nach der Wende die Zahl der durchgeführten Schutzimpfungen zurückging. Insgesamt sind aus wissenschaftlicher Sicht die Vorwürfe heute nicht mehr berechtigt. Vor allem seit es in Europa nicht mehr die Schluckimpfung mit einem Lebendwirkstoff gibt, die tatsächlich Risiken barg, so zum Beispiel die Ansteckung nicht geimpfter Personen durch Kontaktinfektionen mit Viren in den Ausscheidungen kürzlich Geimpfter. Stattdessen wird heute die Spritzimpfung mit einem Totimpfstoff vorgenommen bei dem keine Weitergabe möglich ist. Gemeinsam gegen Polio Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat es sich zum Ziel gesetzt, das Virus komplett auszurotten. Und da der Erreger praktisch nicht mutiert und außerdem nur den Menschen als Wirt hat, besteht auf diesem Gebiet tatsächlich eine Chance. Denn wenn es niemanden mehr gibt, der durch fehlende Impfung für Polio anfällig ist, muss das Virus zwingendermaßen aussterben. Das ist jedoch nur möglich, wenn die Bereitschaft der Menschen, sich gegen Polio zu impfen, nicht nachlässt! Darauf verweist der heutige Welt-Polio-Tag. ärzte.de MediService GmbH & Co. KG stellt sich vor: ÄRZTE.DE entstand aus einer Weiterentwicklung der Marke „imedo.de“. Ganz nach dem Grundsatz „value to the costumer“ schlägt ärzte.de die Brücke zwischen dem Anspruch des Patienten und den Zielen des Arztes. Wir wissen um die Bedürfnisse unserer Kunden und um ihren Wert. Daher investieren wir kontinuierlich in diese Ergebnisse um einzigartige Leistungen und Lösungen zu generieren. Das ärzte.de-Team setzt sich nicht nur zum Ziel, Patienten bei ihren Gesundheitsentscheidungen transparent, authentisch und fachkundig zu unterstützen. Sondern auch, Ärzte darin zu fördern, ihre Bekanntheit und ihr positives Image zu steigern. Mittels zahlreicher Partnerportale und deren nutzenorientierter Funktionalität können sich unsere Ärzte optimal im Web positionieren, die Bindung zu ihren Patienten stärken und neue Zielgruppen erschließen. Redaktion Gesundheitsnews, Hannah Ehlers
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