Zu den Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker - oder das Internet. Immer mehr Menschen informieren sich in Sachen Gesundheit über das Internet. Eine über drei Jahre angelegte Studie der Universität Erlangen-Nürnberg hat das Verhalten der Internetnutzer europaweit untersucht. Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de informiert über den virtuellen Arztbesuch.
Die europaweite Studie „e-Health Trend 2005-2007“ der Universität Erlangen-Nürnberg zeigt, dass die erste Anlaufstelle in Gesundheitsfragen immer seltener der Arzt ist. Zwischen 2005 und 2007 ist die Internetnutzung der Deutschen in Bezug auf Gesundheitsfragen von 44 auf 57 Prozent angestiegen. Fast jeder dritte Deutsche nutzte das Internet mindestens einmal im Monat, um Informationen zu suchen. Knapp 40 Prozent der Deutschen sehen das Internet als wichtigste Informationsquelle für ihre Gesundheitsversorgung.
Europaweit betrachtet liegt Deutschland dabei an dritter Stelle. Der Trend zur Gesundheit aus dem Netz ist in allen sieben Ländern, die an der Studie beteiligt waren, zu beobachten. Auch in Norwegen, Dänemark, Polen, Litauen, Portugal und Griechenland hat die Nutzung des Internets an Bedeutung gewonnen. 2005 gaben noch 42 der Befragten an, bei Gesundheitsthemen das Internet zu Rate zu ziehen, 2007 waren es bereits 52 Prozent.
Vorreiter Dänemark: über 70 Prozent recherchieren Gesundheitsthemen im Internet
Die stärkste Internetnutzung geht von den Dänen aus. 72 Prozent recherchieren zu Gesundheitsthemen im Internet. Seltener informieren sich die Südeuropäer über das Internet. In Portugal sind es 38 Prozent, in Griechenland 32 Prozent.
In Deutschland leben die Internetmuffel in Bayern. Obwohl die Zahl der generellen Nutzer in dem Bundesland am größten ist, informieren sich nur 24 Prozent der Bayern in Sachen Gesundheit über das World Wide Web. Der bundesweite Durchschnitt lag bei 32 Prozent.
Interaktivität im Internet nimmt zu
Während die Nutzung der traditionellen Informationsmedien für gesundheitliche Themen unverändert geblieben oder gar zurückgegangen ist, hat das Internet in den vergangenen zwei Jahren einen Aufschwung erlebt. Europaweit hat die Nutzung um sieben Prozent zugenommen und lag bei knapp 50 Prozent.
Ein weiterer Trend zeichnet sich ebenfalls ab. Immer mehr Menschen nutzen nicht nur die Informationsdienste des Netzes, sondern beteiligen sich interaktiv. In Deutschland hat der Arzneimittel-Kauf im Internet von sechs auf 18 Prozent deutlich zugenommen. „Die Ärzteschaft muss sich darauf einstellen, dass die Zahl der informierten und mündigen Bürger, die sich zu ihren Gesundheitsproblemen im Internet informieren bevor sie einen Arztbesuch wahrnehmen, immer größer wird“, sagt Hans-Ulrich Prokosch vom Lehrstuhl für Medizinische Informatik an der Universität Erlangen-Nürnberg. Der Online-Kauf von Medikamenten und die E-Mail-Kommuikation mit Ärzten würden künftig noch an Bedeutung gewinnen.
Die imedo-Gesundheitsnews informieren über Gesundheit im Internet. Lesen Sie auch: Barrierefreiheit im Internet - imedo macht es vor und Die Arztsuche von imedo setzt auf Empfehlungen, nicht auf Bewertungen.
